Viele Menschen
fragen sich: «Wiedergeburt! Das ist gegen die Lehre der
christlichen Kirchen!» und übersehen, dass im alten, und
selbst im neuen Testament immer noch genügend Textfragmente übrig
geblieben sind, die eindeutig auf das Wiedergeburtsverständnis der
damaligen Menschen verweisen.
Selbstverständlich
kann nun jedermann/frau kommen und sagen: «... das ist nur eine
Sache der Interpretation!» Dagegen ist auch absolut NICHTS einzuwenden,
wissen wir doch, sofern wir dies anerkennen wollen, dass: alles eine
Sache der Interpretation ist; eine Sache der Ansicht! also, und so
wird es wohl für immer bleiben.
Aber wie
kommen wir auf die Idee zu behaupten, dass: «immer noch genügend
Textfragmente übrig geblieben sind, die eindeutig auf das Wiedergeburtsverständnis
der damaligen Menschen verweisen.»?
Zweifelsohne
können wir feststellen, dass die Kirche, oder wohl besser gesagt,
einige
in der Kirche verantwortliche Menschen hervorragende Arbeit verrichteten,
als sie die Wiedergeburt aus der christlichen Lehre zu eliminieren versuchten.
Eine solch effektive Verfälschung hätte selbst die Mafia stolz
gemacht. Doch wie überall wo Menschen am Werk sind, so wurde auch
in der Kirche schlampig gearbeitet; und es entgingen den Augen der federbewehrten
"Liquidatoren" einige wenige Hinweise, welche auf den Wiedergeburtsglauben
der damaligen Menschen hindeuten, die sich noch heute in jeder Bibel finden
lassen.
Doch betrachten
wir diese Textstellen ein bisschen genauer:
-
«Der Engel aber sagte zu ihm: "Fürchte dich
nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau
Elisabeth wird dir einen Sohn gebären: dem sollst du den Namen Johannes
geben. Grosse Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere
werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird gross sein vor
dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht
trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt
sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren.
Erwird
mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen,
um
das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen
zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit
zu machen".» (Lukas 1:13-17)
Verschiedentlich
wird in der Bibel darauf hingewiesen, daß Johannes der Täufer
der wiedergekehrte Prophet Elija sei. So auch in der Prophezeiung des Maleachi,
der vier Jahrhunderte nach Elija lebte.
-
«Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der
grosse und furchtbare Tag, seht, da sende Ich zu euch den Propheten
Elija.» (Maleachi 3:23)
Das Matthäus-Evangelium
bezieht sich an drei Stellen auf diese Prophezeiung, die anderen Evangelien
an sieben Stellen. Wie man den Bemerkungen der Jünger entnehmen kann,
wurde unter den Juden schon viel über die Rückkehr Elijas und
anderer hebräischer Propheten diskutiert. Als Jesus beispielsweise
mit seinen Jüngern vom Berg der Verklärung hinabstieg, fragten
sie ihn:
-
«"Warum sagen denn die Schriftgelehrten, Elija müsse
zuerst kommen?" Er gab zur Antwort: "Ja, Elija kommt, und er wird
alles wieder herstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen,
doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie
wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen".
Da
verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.»
(Matthäus 17:10-13)
-
«Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge
über
Johannes zu reden; er sagte: "Er ist der, von dem es in der
Schrift heisst: <Ich sende Meinen Boten vor dir her, er soll den Weg
für dich bahnen...> Und wenn ihr es gelten lassen wollt. Ja, er
ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre!"»
(Matthäus 11:7,10,14-15)
Dasselbe
steht auch in Markus 9:11-13 und Lukas 7: 24-35.
-
«Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was
geschah, und wusste nicht, was er davon haltensollte. Denn manche sagten,
Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: "Elija
ist wiedererschienen". Wieder andere: "einer deralten Propheten ist
auferstanden". Herodes aber sagte: "Johannes habe ich selbst enthaupten
lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt?"»
(Lukas 9:7-9, auch Markus 6:14-17)
-
«Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi
kam, fragte er seine Jünger: "Für wen halten dieLeute den Menschensohn?"
Sie sagten: "Die einen für Johannes den Täufer, andere für
Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten."»
(Matthäus 16:13-14; Markus 8:27-28; Lukas 9:18-19)
Diese Bibelstellen
deuten mit grosser Sicherheit darauf hin, dass die Menschen zu Jesu Lebzeiten
an die Wiedergeburt glaubten. Deshalb war es für sie klar, dass sich
die alten Propheten erneut inkarnieren (,in carnere´ - also,
ins Fleisch kommen) würden, um Jesus zu helfen. Somit war Johannes
der Täufer in einem früheren Leben tatsächlich der Prophet
Elija gewesen. Er war auch Ezechiel, wie es scheint.
Wenn wir
heutige Menschen Fragen stellen, so kommen wir wohl kaum auf die Idee,
Fragen zu formulieren, die ausserhalb des Kontextes oder der aktuellen
Glaubenshaltung zu stehen scheinen. Ausnahmen abgesehen. Wie weit können
oder wollen wir jenen Menschen, die vor gut 2´000 Jahren gelebt haben,
solche Machenschaften unterstellen? Und wie sieht dies hinsichtlich jener
Menschen aus, von denen die Bibel spricht? Lässt sich nicht gerade
und ganz besonders hier eine solche Denkens- und Handlungsweise ausschliessen?
Wenn also
die Jünger ihrem Meister Christus Fragen stellen, so dürfen wir
heute noch annehmen, dass eben dieselben Fragen immer innerhalb ihres damaligen
Glaubensgutes standen und somit deren Glauben wiederspiegeln. Dies würde
übrigens auch bedeuten, UNS nicht fahrlässiger darzustellen,
als wir hoffen, von zukünftigen Generationen gesehen zu werden.
Durch das
daraus resultierende Verständnis dürften wir uns nun hier gestatten,
einen den meisten Lesern der Bibel äusserst bekannten Text des neuen
Testamentes, einmal mit anderen Augen zu betrachten, nämlich:
-
«Unterwegs sah Jesus einen Mann der seit seiner
Geburt blind war Da fragten ihn seine Jünger: "Rabbi, wer hat
gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass
er blind geboren wurde?" Jesus antwortete: "Weder er noch seine Eltern
haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar
werden."»
(Johannes 9:1-3)
„seit seiner Geburt blind" „wer hat
gesündigt?"
„Er selbst?"
Ja, wie
kann jemand, der mit dem Gedanken der Wiedergeburt nicht vertraut ist:
-
ein solcher Gedanke aufkommen?
-
eine solche Frage stellen?
-
und erst noch in der Bibel niedergeschrieben werden?
Bestimmt ist
diese Betrachtungsweise und die daraus resultierende Fragestellung für
viele Menschen nicht leicht und stellt eine ernsthafte Herausforderung
an sie persönlich und an ihren Glauben dar. Doch haben wir hier nichts
anderes gemacht, als den Text, so wie er in der Bibel steht, genommen und
ihn einmal durch eine andere Sichtweise hinterfragt, denn es ist klar,
dass ein Mann, der bereits blind geboren wurde, nicht
in diesem Leben gesündigt haben konnte.
Und
deutet nicht gerade dieser Vorfall darauf hin, dass Christus, den Jüngern
und somit den Menschen von "damals", das Gesetz von Karma und Reinkarnation
kein Unbekanntes war? Bestätigt dadurch nicht gerade Jesus, dass Menschen
tatsächlich aufgrund Verfehlungen in früheren Leben krank geboren
werden könnten, weist aber ebenso darauf hin, dass dieser Mann nur
deswegen blind geboren worden sei, damit er von ihm, Jesus, geheilt und
an ihm das Wirken Gottes offenbar würde? |